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Mondwechsel und Eiablage bei Echsen:
Besteht ein Zusammenhang?

- Anita & Markus Grimm -

  
Der Mond ist ein ständiger Begleiter der Erde. In der Zeit von genau 27 Tagen, 7 Stunden, 43 Minuten und 11.5 Sekunden umkreist er die Erde ein Mal. Während der Mond die Erde in einem Abstand von 384'000 Kilometer umkreist, dreht er sich einmal um die eigene Achse. Die wechselnde Stellung der Erde zur Sonne bewirkt die Mondphasen. Der Mond hat nicht nur einen Einfluss auf die Gezeiten, sondern zum Beispiel auch auf die Gehirntätigkeit. Bei Vollmond sollten keine Operationen durchgeführt werden, da viel mehr Komplikationen auftreten können. Idealerweise sollten dunkle Haare bei Vollmond geschnitten werden, damit auch wirklich eine Prachtfrisur entsteht. Ein Solebad sollte nur bei Voll- oder Neumond genommen werden, da zu diesem Zeitpunkt die Salze besonders gut wirken. Weinbauern berichten darüber, dass der Wein beim Mondwechsel schon allein durch den Transport vom Keller auf den Tisch eine starke Veränderung erfährt. Warum also soll der Mond nicht auch die Reptilien allgemein und im Speziellen die Phelsumen beeinflussen?

Foto: Fritz Wüthrich
Wir bemerkten bei unserer Tochter immer wiederkehrende Schlafstörungen. Bei der genauen Betrachtung des Kalenders stellten wir fest, dass es sich um die 1 bis 2 Tage vor oder nach dem Mondwechsel handelte. Es spielte dabei keine Rolle, ob es sich um Neumond oder um Vollmond handelte. Ebenso ist uns aufgefallen, dass genau zur gleichen Zeit  viele unsere Reptilien Eier ablegten. Dieses Phänomen veranlasste uns, die Daten der Eiablagen aller unserer Reptilien mit dem Kalender und den darauf vermerkten Mondwechseln zu vergleichen.
Zum vom Mondwechsel beeinflussten Bereich zählten wir ebenfalls die zwei Tage vor und die zwei Tage nach dem eigentlichen Mondwechsel. 
Von insgesamt 31 Gelegen von Geckos und Chamäleons wurden 26 (84 %) in einem Mondwechsel-Bereich abgelegt. Bei den 5 Abweichungen handelte es sich um Eier, deren Tragzeit in die heisse Sommerphase fiel. Das Thermometer stieg während dieser Phase im Terrarienraum auf über 33° C. Durch die Strahlungswärme der Lampen stieg die Temperatur in den Terrarien nochmals um einige Grad an. Diese hohen Temperaturen könnten eine vorzeitige Eiablage zur Folge haben, welche deshalb nicht auf einen Mondwechsel trifft.

Mit dieser Aussage ist es uns nun mit einer grossen Wahrscheinlichkeit möglich, den Eiablagezeitpunkt im voraus zu bestimmen. Oftmals konnten wir die Paarung nicht beobachten. Plötzlich waren im Bauch der Geckos Eier sichtbar, was dann jeweils mit einer Frage verbunden war: Wann legt das Phelsumen-Weibchen nun die Eier ab? Ab dem Zeitpunkt der Entdeckung nahmen wir dann täglich den Spiegel und die Taschenlampe zur Hand, um die Bambusrohre auf abgelegte Eier zu untersuchen. Mit der Erkenntnis um den Mondwechsel beschränkt sich die Eiersuche nun auf die wenigen Tage rund um den Mondwechsel. Das Ganze spart uns nun Zeit, welche wir anderweitig in die Pflege der Tiere investieren können.

Wir beziehen unsere Aussage auf die Eiablage, da wir von dieser den genauen Zeitpunkt kennen. Höchstwahrscheinlich wird aber bereits die Paarung vom Mond gesteuert. Bei vielen Reptilien dauert die Tragzeit ein Monat oder ein Vielfaches von Monaten. Ebenfalls beträgt die Zeitigungsdauer in vielen Fällen ein Monat oder ein Vielfaches von Monaten. Das heisst, dass auch Aussagen über den Schlupftermin bezüglich des Mondwechsels gemacht werden könnten. Da jedoch bei der Zeitigung der Eier die Temperatur eine beeinflussende Rolle ausübt, können diese Aussagen nicht von Relevanz sein.
Ob diese Phänomene durch die elektromagnetische Strahlung oder einfach nur durch die Helligkeit bei Vollmond verursacht wird, wissen wir nicht. Wir denken aber, dass die hellen Mondnächte keinen Einfluss auf das Geschehen nehmen. Denn in unseren den Terrarienräumenist der Tag-Nacht-Rhythmus umgekehrt und das Licht brennt während der Nacht. Für die Tiere ist das Leuchten des Mondes deshalb nicht zu erkennen.


Phelsumeneier im Bambus, 
Foto: Markus Grimm

Diese kurze Abhandlung dient einzig als Gedankenanstoss, um die Phelsumenpflege etwas zu erleichtern. Es handelt sich hierbei nicht um eine wissenschaftlich fundierte Publikation.
Wir wünschen allen viel Spass und Erfolg mit ihren Taggeckos.

           

  Die Autoren
Anita und Markus Grimm
Rosenweg 6
CH-3322 Schönbühl
  

letzte Änderung: 21. Januar 2003   /  © Terra Inspira, Webmaster

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