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Der Grosse Seychellen-Taggecko (Phelsuma sundbergi longinsulae)
auf den Seychellen

- Anita & Markus Grimm -

  
  Verbreitung
Seychelleninsel Mahé und viele kleine Nachbarinseln.
   
  Lebensraum
Vom tropischen Tiefland an der Küste bis ins Inselinnere auf 900 m über Meer. An Bäumen und Büschen mit feinen Rinden oder an Bambusstangen. Als Kulturfolger sind sie an Strommasten, Häusern und deren Fensterladen zu finden.
   
  Lebensweise
Tiere, die in der unberührten Natur vorkommen, kennen keine Angst vor dem Menschen. Die in der Zivilisation lebenden Exemplare sind dagegen sehr scheu. Diese Taggeckos sind standorttreu und dadurch immer wieder am gleichen Objekt anzutreffen. Zur Übernachtung suchen sich sie sich eine Ritze, eine Blattachsel oder etwas dergleichen.
   
  Beschreibung
Die Gesamtlänge beträgt bei beiden Geschlechtern um die 15 cm. Die Grundfarbe ist am Tage grasgrün und nachts eher olivgrün. Auf dem Rücken befinden sich drei Längslinien, bestehend aus roten Punkten. Die Punkte der Mittellinie verschmelzen vielfach miteinander, so dass diese einer Zickzacklinie ähnelt. Zwischen den Augen befindet sich eine rote Zeichnung, die an eine Pfeilspitze erinnert und fast bis zur Schnauzenspitze reicht. Von den Nasenlöchern bis zum Auge führt an jeder Kopfseite ein roter Strich. Die Augen sind leuchtend gelb umrandet. Auf der Kinnunterseite ist eine ähnlich pfeilspitzenförmige Zeichnung zu finden wie auf der Kopfoberseite, jedoch hier in grauer Farbe. Die Beine sind mit grauen Flecken übersät und heben sich dadurch deutlich von Körper ab. Auf dem Schwanz verlaufen die vom Rücken her kommenden gepunkteten Längsstreifen in rote Querstreifen, welche sich dann in immer feiner werdende Punkte auflösen.

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  Haltung

Die Haltung eines Paares ist möglich, wenn das Weibchen und das Männchen gleichzeitig in ein für beide Tiere neues Terrarium gesetzt werden. Das Paar bleibt dann ein Leben lang zusammen. Falls ein Tier stirbt, darf dieses nicht einfach ersetzt werden. Es muss wie oben beschrieben vorgegangen werden. Die Terrariumgrösse sollte nicht kleiner als (L*B*H) 50*45*70 cm sein. Als Einrichtung sind Bambusrohre (Durchmesser grösser als 3 cm) und Äste mit einer feinen Rinde (Buche) und demselben Durchmesser zwingend. Die Bepflanzung stellt sich zum Beispiel aus grossblättrigen Pflanzen und Sansevierien zusammen. Ein Bodengrund aus Pinienrinde (ca. 10 cm hoch) bewährte sich gut zur Zucht, da die Eier manchmal darin abgelegt werden. Die Temperatur im Terrarium sollte um die 27 °C liegen. Eine Nachtabsenkung um 3-5 °C schadet den Tieren nicht. Eine Lampe ausserhalb des Terrariums dient als Wärmequelle. Unter dieser Lampe darf die Temperatur gegen 45 °C betragen. Es ist nicht zwingend, dass die Lichtquelle einen hohen Anteil an UV-B Licht abgibt. Die Taggeckos lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit, sind aber nicht darauf angewiesen. Der Vitamin- und Kalziumhaushalt kann am besten über das Futter gesteuert werden. Als Nektarlecker geniessen sie den ins Terrarium gegebenen Honig. Dieser Honig ist im Verhältnis 1:1 mit einem für Geckos geeigneten Vitaminpulver zu mischen. Durch die Vitamingabe über den Honig kann das Einstäuben der Futtertiere mit Vitaminpulver weggelassen werden. Das Vitamingemisch wird einmal wöchentlich verabreicht. Als Futtertiere dienen alle Arten von Insekten bis zu einer Grösse von 1 cm. Sie bevorzugen jedoch fliegende Insekten. Der Fütterungsintervall beträgt 2 bis 3 Tage. Das Besprühen des Terrariums mit Wasser sollte möglichst täglich erfolgen.
   

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  Fortpflanzung

Das Geschlecht kann mit Hilfe der letzten Schuppenreihe unten an den Hinterbeinen bestimmt werden. Bei den Männchen sind diese Schuppen stark vergrössert, manchmal auch gelblich verfärbt. Bei richtiger Haltung und genügend Vitaminen produziert das Weibchen bis zu acht Doppelgelege in einem Jahr. Die Paarung erfolgt jeweils am Morgen und dauert einige Minuten. Nach einer Tragzeit von etwa einem Monat legen sie meistens ein Doppelgelege ab. Die Eier werden frei abgelegt und nirgends angeklebt. Die Pinienrinde als Bodengrund wird vielfach als Ablageplatz für die Eier verwendet. Die Ablage erfolgt auch gerne in ein stehendes Bambusrohr, das oben offen ist. Beim Entfernen der Eier muss nicht besonders auf die Lage geachtet werden, sie sind aber dennoch mit Vorsicht zu behandeln. Sie werden in ein durchlüftetes Gefäss überführt, in welchem Erde oder Sand als Bodengrund dient. Die Lüftungsflächen sollten engmaschig sein, dass die Jungtiere nach dem Schlupf nicht entweichen können. Die Luftfeuchtigkeit darf nicht längere Zeit unter 60 % fallen, da eine zu geringe Feuchtigkeit zur Austrocknung der Eier führen kann. Die Eier werden bei einer konstanten Temperatur von 27 °C gezeitigt. Nach etwa 2 Monaten schlüpfen die Jungtiere aus den Eiern.
   

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Eier in Bambus

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Eier an Rinde

  Jungtiere

Die frisch geschlüpften Taggeckos besitzen eine Jugendfärbung, die sie nach 3-4 Monaten verlieren. Diese Jugendfärbung zeigt weisse Punkte auf dem gesamten Körper. In den ersten 24 Stunden nach dem Schlupf häuten sie sich bereits zum ersten Mal. Die Haut wird in der Regel auch gleich aufgefressen. Als Futter werden Fruchtfliegen (Drosophila) oder andere kleine Insekten angeboten. Um den Vitaminhaushalt zu regeln wird das gleiche Honig-Vitamingemisch wie bei den Elterntieren verabreicht. Für die Aufzucht von 2 Jungen reicht ein Terrarium mit den Massen (L*B*H) 25*25*35 cm aus. Nach etwa 5 Monaten werden die herangewachsenen Jungen in ein Terrarium umgesiedelt, das in der Grösse demjenigen der Elterntiere entspricht.
  

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Juveniles Tier

  Geschlechtsreife

Ab dem 10. Lebensmonat sind die Taggeckos geschlechtsreif. In diesem Alter produzieren sie aber noch nicht die Eierqualität, welche zum Nachzuchterfolg führt. Mit etwa 14 Monaten haben sie dann das Nachzuchtalter erreicht und können vollumfänglich für die Zucht eingesetzt werden.
   

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Semiadultes Tier

  Lebensalter

Die Lebenserwartung dieser Taggeckos liegt bei über 10 Jahren. Es kann angenommen werden, dass das Höchstalter, wie es bei den mittelgrossen Geckos üblich ist, bei 15 Jahren liegt.
   

  Besonderes

Zum Fangen fliegender Insekten haben diese Tiere eine eigene Methode entwickelt: Sobald ein geeignetes Insekt in ihre Nähe fliegt, springen die Geckos von ihrem Hochsitz gegen das Insekt, um es zu fangen. Die Treffsicherheit solcher Fangsprünge liegt bei fast 100 %.
   

  Literatur

- Hallmann G., Krüger J., Trautmann G., Faszinierende Taggeckos, 1997, Natur und Tier Verlag
- Rundquist E.M., 1996, Taggeckos im Terrarium, Bede Verlag

   

  Die Autoren
Anita und Markus Grimm
Rosenweg 6
CH-3322 Schönbühl

Fotos: Markus Grimm

  

letzte Änderung: 21. Januar 2003   /  © Terra Inspira, Webmaster

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