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Terra Inspira im Gasterntal
Ausflug vom 1. Juni 2002

- Anita & Markus Grimm -

  
Am Samstag, 1. Juni 2002 trafen sich um 8.30 Uhr beim Bahnhof in Kandersteg sämtliche angemeldeten Terra Inspiraner. Alle erfreuten sich bester Laune, das Wetter präsentierte sich von seiner besten Seite, das Blau des Himmels strahlte mit der Sonne um die Wette. Die mit öffentlichem Verkehr Angereisten verteilten sich auf die Autos der privat Angereisten, und nach dem Lösen der Bewilligung zum Befahren der abenteuerlichen Zufahrt ins Gasterntal gings los. (Mit dem Erlös der Bewilligungen wird der Unterhalt der Zufahrtsstrasse und Wege sowie die Pflege des gesamten Tals inklusive Brätliplätze finanziert.) Gasterntal
Nach dem Parkieren auf der Höhe des Restaurants Waldhaus (1358 m ü. M.) packten wir unsere sieben Sachen in die Rucksäcke und schnallten die Wanderschuhe an. Gemächlich wanderte unser Tschüppeli dann in Richtung Selden los, vorbei an blauen Enzianen und vielfarbigen Blumenwiesen. Wir genossen das herrliche Wetter und die interessanten Wandergespräche. Plötzlich unterbrach uns ein Hase, welcher sich durch unsere Anwesenheit überhaupt nicht stören liess. Genüsslich graste er in der Morgensonne weiter. Wir bogen in den Weg nach links ein, welcher uns sodann über die Kander führte, hinein in ein lichtes Wäldchen. Leider war die Vegetation hier etwas im Rückstand, so dass viele Orchideen und andere Pflanzen uns ihre Blütenpracht noch nicht offenbarten. Etwas später querten wir die Kander erneut, diesmal auf einer grösseren Brücke. Gleich dahinter fanden wir uns im Hauptverbreitungsgebiet des Frauenschuhs (Cypripedilum calceolus) wieder. Leider waren wir auch hier ein bis zwei Wochen zu früh, und auch diese spektakuläre Orchidee zeigte sich erst in saftigem Grün ohne Blüten. Den Adleraugen der Terra Inspiraner entging nichts, immer wieder wurden Pflanzen und Tiere entdeckt, welche zu einem kleinen Stopp einluden. Oftmals handelte es sich bei den Tieren um Insekten, speziell auch um Ameisen.

Unser Ameisenspezialist im Element
   

Vor dem kurzen, steilen Aufstieg, den es vor Selden zu überwinden galt, lag der schönste Brätliplatz des Gasterntals für uns bereit. Er liegt direkt an der Kander, auf 1415 m ü. M., und ist normalerweise um 11.30 Uhr jeweils bereits besetzt. Wir freuten uns über die einladenden Bänke und die bereits errichteten Feuerstellen. Im Nu entfachten Corina und ihre Helfer ein riesiges Feuer, so dass bereits kurze Zeit später eine perfekte Glut zum Bräteln einlud. Corinna ist auch beim Feuer machen top
Was gibt es hier wohl zu sehen? Mit vollgeschlagenen Bäuchen und gestärkt durch die Mittagsrast machten wir uns auf den Weg zum nur wenige Meter entfernten Standort des kleinen Zweiblatts (Listera cordata). Diese Miniaturorchidee wäre ohne genaue Standortangabe fast nicht zu finden gewesen! In der moosigen Landschaft entdecken wir noch weitere Blütenpflanzen.

Entlang von Blumenwiesen und Weiden, auf welchen Kühe grasen, die noch Hörner tragen dürfen, wanderten wir weiter bis zum Hotel Steinbock, welches auf einer Höhe von 1'537 m über Meer liegt. Hier war eine Kaffeepause mit Dessert angesagt.

Diejenigen, die noch nicht zu müde waren, rafften sich zu einem Spaziergang auf, der sie zum seltenen Alpenwimpernfarn (Woodsia alpina) etwas weiter hinten im Tal führen sollte. Leider war der Standort jedoch durch einen Felssturz zerstört worden.

Simmentaler Kuh

Nach einem weiteren gemütlichen Teil im Restaurant Steinbock entschlossen wir uns, den Rückweg in Angriff zu nehmen. Wir erhofften uns, den Frauenschuh an einem sonnigeren Standort blühend zu finden und allenfalls noch Reptilien oder Amphibien zu entdecken. Nach dem steileren Teilstück im oberen Talabschnitt fing die Suche nach dem Alpensalamander (Salamandra atra atra) an. Bevor wir diese possierlichen Tiere fanden, kamen wir an den Standort des Frauenschuhs. Ein grosser und einige kleinere Horste dieser Orchideen präsentierte sich in ihrer vollen Blütenpracht!

Gasterntal  Kaffeepause im Restaurant Steinbock  Gasterntal

Zurück auf dem Kiesweg wendeten wir uns wieder der Salamandersuche zu. Schon bald wurden wir auch fündig. Unter einem Stein erblickten wir nicht nur den Alpensalamander, sondern auch gleich noch eine Erdkröte (Bufo bufo) und etwas später sogar eine Aspisviper (Vipera aspis). Alle Tiere wurden genaustens angeschaut und danach wieder in die Natur entlassen.

Aspisviper, Vipera aspis

Nach diesen Highlights hatten wir nun wieder genügend Energie, um den restlichen Rückweg bis zu den Autos zu bewältigen. Etwas müde, aber mit vielen schönen und erlebnisreichen Eindrücken verabschiedeten wir uns voneinander. Wir beschlossen, im nächsten Jahr wiederum einen ähnlichen Ausflug zu organisieren und verliessen das Gasterntal durch die schmale Strasse mit ihren dunkeln Tunneln.
   
  Die Autoren
Anita und Markus Grimm
Rosenweg 6
CH-3322 Schönbühl

Fotos: Markus Grimm

  

letzte Änderung: 21. Januar 2003   /  © Terra Inspira, Webmaster

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