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Das
Pantherchamäleon (Furcifer pardalis) auf La Réunion - Anita & Markus Grimm - |
| La Réunion - weit entferntes Frankreich |
| La Réunion ist ein französisches Ueberseedepartement und
beheimatet eine kleine, dafür sehr spezielle Tier- und Pflanzenwelt. Nebst den
endemischen Tieren und Pflanzen ist hier auch ein Teil der Fauna und Flora Madagaskars
vertreten. Die Insel befindet sich im Indischen Ozean und bildet einen Teil der Maskarenen. Sie liegt 750 km östlich von Madagaskar und 220 km südlich von Mauritius. Von Paris aus ist die furchige Insel in einem elfstündigen Inlandflug erreichbar. Der vulkanische Ursprung des Eilands ist sofort sichtbar. Ein aktiver Vulkan (Piton de la Fournaise), der in relativ regelmässigen Abständen ausbricht, vergrössert die Insel ostwärts und es entsteht weiteres fruchtbares Land. In den drei bereits vor langer Zeit erloschenen Vulkankegeln - den Cirques von Cilaos, Salazie und Mafate in der westlichen Hälfte der Insel - herrscht eine üppige Vegetation. Die höchsten Berggipfel überragen den Meeresspiegel um über 3'000 Meter. Wir hatten die Gelegenheit, La Réunion dreimal zu besuchen. Einmal im Herbst und zweimal über die Weihnachts- und Neujahrstage. Die beiden Jahreszeiten waren ideal, um Jungtiere wie auch die Paarungszeit der Pantherchamäleons zu beobachten. |
![]() Abb. 1: Uebersichtskarte von La Réunion. Roter Punkt: Manapany les Bains. |
| Das Pantherchamäleon (Furcifer pardalis) |
| Verschiedene Vegetationstypen |
Wir können im Sumpfgebiet um St-Paul drei verschiedene Vegetationstypen unterscheiden. Die drei Typen gehen fliessend ineinander über, und praktisch überall fühlen sich die Pantherchamäleons heimisch. |
![]() Abb. 3: Kartenausschnitt von St-Paul mit der "Tour des Roches" |
| Vorkommen des Pantherchamäleons in den verschiedenen Vegetationstypen |
| Paarungszeit |
| Nach einem guten Monat Tragzeit erfolgt die
Eiablage. In der Regel passiert das in den Monaten Januar und Februar. Während der
Tragzeit weisen die weiblichen Tiere eine spezielle Färbung auf. Sie haben an den
Rumpfseiten schwache schwarze Kreise und über den Rückenkamm schwarze Linien. Die
männlichen Tiere färben sich dezent grün und wirken somit fast blass. Von der Eiablage bis zum Ausschlüpfen der Jungtiere dauert es ungefähr 220 Tage. Ab Dezember steigen die Temperaturen, was der Eireifung zugute kommt. Im August/September, wenn die Temperaturen wieder etwas absinken, ist die Eizeitigung abgeschlossen und die Chamäleonbabys schlüpfen aus. Dieser zeitliche Ablauf stimmt mit unseren Beobachtungen in den beiden Jahreszeiten, in denen wir La Réunion besucht haben, ungefähr überein. Als wir uns im Herbst (Oktober) auf La Réunion befanden, erblickten wir sehr viele Jungtiere, die nur einige Wochen alt zu sein schienen. Ueber die Weihnachtstage entdeckten wir nur halbwüchsige (2-3 Monate alt) und ausgewachsene Tiere (ca. 14 Monate alt oder älter). Zu beachten gilt, dass die Paarungszeit an Weihnachten 1992/93 bereits vorbei war, und an Weihnachten 1997/98 noch voll im Gang zu sein schien. Nach unseren Beobachtungen wagen wir zu behaupten, dass in der Natur nur einmal pro Jahr Eier abgelegt werden. Ansonsten hätten wir zusätzlich im Herbst halbwüchsige und über die Weihnachtstage junge Tiere finden müssen. |
| Verhalten |
| Nach unseren Beobachtungen
brauchen die Pantherchamäleons auf La Réunion sehr viel Sonnenlicht. Im Sumpfgebiet
scheint die Sonne nahezu jeden Tag. Die einzigen Unterbrüche stellen die kurzen, heftigen
Regengüsse dar. Ein limitierender Faktor beim Sonnenbaden scheint die Temperatur zu sein.
Ab ca. 10.00 Uhr vormittags werden Temperaturen von über 30 °C im Schatten erreicht.
Entsprechend höher wird die Temperatur an der sonnenbestrahlten Seite der Kakteenwand und
zwingt die Chamäleons ins schattige Dickicht. Nach kurzen Regengüssen, die an der
Tagesordnung sind, und wenn die Sonne nicht mehr von den Wolken verdeckt ist, kriechen die
Chamäleons wieder aus ihren Schattenlöchern und sonnen sich solange, bis ihre maximale
Temperatur erreicht ist. Wir hoffen sehr, dass die steigende Populationsdichte nicht plötzlich stagnieren wird. Durch die immer mehr und besser ausgebauten Wanderwege wie auch durch den Fahrradtourismus in allen Gegenden auf der gesamten Insel steigt die Anzahl der Touristen weiter an. Vielleicht ist das mit ein Grund, wieso sich das Pantherchamäleon in den letzten Jahren neue Plätze auf der Insel ausgesucht hat und sich langsam aber sicher als Kulturfolger etabliert. Auf jeden Fall ist es für uns immer wieder faszinierend, diese Reptilien in freier Natur zu beobachten. |
| Die Autoren |
| Anita
und Markus Grimm Rosenweg 6 CH-3322 Schönbühl Fotos: Markus Grimm |